Renaissance in Neapel – Nationalmusem Capodimonte

Ja, ihr habt richtig gelesen. Heute, Montag den 20.01.2017 war ich auf der Suche nach der Renaissance in Neapel. Eigentlich muesste ich in Florenz sein, das Zentrum der Entstehung der Renaissance. Gern wuerde ich auch ueber meine Eindruecke und Gefuehle, die ich bei meinen Ausfluegen nach Florenz und in die Toskana erlebte, berichten, aber leider war ich schon eine Ewigkeit nicht mehr in Florenz und Alleine habe ich auch keine Luste heute nach Florenz zu fahren. Auch in Neapel findet man viele Kunstwerke aus der Zeit der Renaissance .

metropolitana-garibaldi-768x477Ich setze mich in die Circumvesuviana und fahre nur eine Stunde von Sorrent bis nach Neapel, Stazione Centrale. Hier steige ich in die Metro um. Wow, die Metrostation ist ein Meisterwerk der modernen Kunst und Urbanistik in Neapel. Beim archaeologischen Nationalmuseum steige ich aus. Hier waren wir ja erst vor zwei Wochen, heute habe ich aber keine Zeit fuer das Museum, ich stehe an der Haltestelle M2  und freue mich schon auf den Besuch des Nationalmuseum Capodimonte.

Es ist vielleicht gar kein Zufall, das man am Archaeologischen Museum umsteigen muss. Die Busfahrt dauert nur 10 Minuten. Da kommt mir gleich der Gedanke, vielleicht ist das schon die symbolische Entfernung zwischen Antike und Modernen. Wenn man sich ueberlegt, wie lange es dauerte bis die  Antike so verstanden und interpretiert wurde, wie sie wirklich war und wie wir sie heute verstehen.

Natuerlich schaetzte und bewunderte man die  reizvollen Funde aus der Antike auch im Mittelalter, aber man machte sich keine Gedanken ueber das Gestern, man nutzte sie „jetzt“, wie z.B. die prachtvoll kunstverzierten Sarkophage, Marmorsaeulen oder Kapitellen. Ein weiterer wichtiger Punkt, die Klassische Literatur war nur fuer eine Elite zugaenglich  und wurde unter Klausur verwaltet. Kein Wissen ueber die Antike und klassische Literatur,  schuf nicht nur Desinteresse ueber das Gestern, Kunstwerke aus der Antike wurde einfach verkehrt interpretiert. Das Verstehen und das Wiederaufzuklaeren der Antike, das war ein sehr langer und schwieriger Prozess. Die Humanisten, wie z.B. Francesco Petrarca oder Pico della Mirandola schufen mit der Wissenschaft der Philologie die Voraussetzung fuer das Verstehen der Antiken Kunst.

Die Kueste von Reggio Calabria bis hoch nach Rom, war der Schauplatz der Abenteuer von Ulisse und von Enea, die antike Stadt Neapolis, wurde zum Zentrum der Muse, hier verweilten Persoenlichkeiten wie Virgilio oder Cicerone, Antike Historiker wie Strabone, Plinius und Tacitus, der Golf von Neapel war der ideale Ort wo sich die Epiker und Stoiker voll entfalten konnten, am Golf von Neapel findet man zahlreichen Spuren aus der  antiken Vergangenheit. Trotzdem wurden die Renaissanceformen in Neapel sehr langsam aufgenommen. Erst mit dem Machtwechsel von den Anjou zu den Aragonesen beginnt der Umschwung zur Renaissance. Kuenstler verschiedener Herkunft werden nach Neapel gerufen. Ein Beispiel dafuer ist der Triumphbogen am Castel Nuovo. Das Porta Capuana, die Kirche von S’Anna dei Lombardi oder in der Kirche Sant’Angelo a Nilo, mit dem Denkmal des Kardinals Rinaldo Brancaccio, das sind nur einige der vielen Kunstwerke, geschaffen von den toskanisch-romanischen und norditalienischen Kuestlern. Namen wie Donatello, Michelozzo, Da Maiano, Rossellino, Sagrera, oder Meisterwerke von Malern wie, Perugino, Colantonio, Tiziano, Caravagggio, Battistello oder Ribera. Kunstwerke aus der Farnesesammlung, die ich heute im Nazionalmuseum bewundern konnte. Das Museum ist auf drei Stockwerke verteilt. Ich habe mch wirklich nur auf die Galleria Farnese und die Galleria Borgia konzentriert. Nach fast zwei Stunden Aufenthalt kann ich es kaum fassen, ich  habe Gemaelde von Masaccio, Botticelli, Raffael, Bellini, Lotto, Tiziano, Bruegel, El Greco, Carracci, Reni, Vasari, Sabatini, Colantonio, Caravaggio, Artemesia Gentileschi, Stanzione und Ripera gesehen.

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Ich hatte mich auf den Besuch des Nationalmuseum mit den Schulbuechern von meinen Kindern vorbereitet. Schon alleine die Buecher hatten mich beeindruckt. Es ist unglaublich, was man Alles an Hand eines Gemaeldes entdecken und vor allem kennelernen kann.

Die Kritieren fuer die Definition der Renaissance sind hier im Museum bestens nachzuvollziehen, z.B.

  • der Mensch steht im Mittelpunkt
  • die Imitation von der „Klassik“ und der Natur
  • die Wahrnehmung von Universum und Zeit
  • die erstellten Perspektiven und Raumdarstellungen
  • die Lehre von den harmonischen Proportionen, wunderschoene, aestetischen Formen und Allegorie
  • die Rolle und soziale Stellung des Kunestlers

Ich habe gesehen, was ich sehen wollte.

Es war wieder ein wunderbarer Urlaubstag in Neapel.

Das Nationalmuseum von Capodimonte ist eine weitere grosse Besonderheit die Neapel zu bieten hat.  Ein Besuch lohnt sich fuer Jeden!

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