Paestum – Das unsichtbare Bild

Der Sonntagsausflug fuehrte nach Paestum. Wir planten den Besuch des archäologischens Museums, einen gemuetlichen Spaziergang im Tempelpark von Paestum und einen kleinen Badeaufenthalt am privaten Sandstrand vom Hotel Le Palme.

Die Fahrt ging direkt ab Sant’Agata sui due Golfi über die traumhafte Amalfikueste bis nach Paestum. Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen, smaragdgrünes schimmerndes Meer und eine buntgemischte und duftende mediterrane Landschaft begleitete uns bis nach Paestum.

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Es war eine Reise nach Grossgriechenland, immer entlang der romantisch, traumhaft schoenen Küste. Vorbei an einer Kulisse, die man in beruehmten Literaturwerken, in der bildenden Kunst und Musik wiederfindet. Wer kennt nicht die Abenteuer des antiken Helden Odysseus,  der es schaffte, den verfuehrerichen Gesang der Syrenen zu entfliehen oder die Helden der griechischen Argonautensage, die auf dem Schiff Argo entlang der Kueste segelten, auf der Suche nach dem Golden Vliess.

 

Entlang der Stadtmauer des antiken Paestum erreichten wir den Tempelpark von Paestum. Es ist immer wieder beeindruckend, welche gigantische architektonische Bauten hier vor mehr als 2500 Jahre errichtet wurden. Sie sind heute noch in einen so perfekten Zustand, dass man im ersten Moment von der imposanten Größe und der Schlichtheit der drei erhaltenen Tempelanlagen überwältigt wird. Die Tempelanlagen erheben sich in einer grünen fantastischen Landschaft. Die wenigen Besucher bummeln in den Temeplanlagen und Posen als waeren sie selbst einer der maechtigen Gotttheiten, wie Hera, Poseidon oder Zeus.

 

Am 03. Juni 2018, genau 50 Jahre nach der Entdeckung des beruehmten Tauchergrab, wurde im archäologischen Museum von Paestum eine Sonderausstellung über das Grab des Tauchers mit dem Titel „Ein unsichtbares Bild „eröffnet.

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Das Tauchergrab wurde im Jahre 1968 entdeckt und seit dieser Zeit steht es im Zentrum einer sehr hitzigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung über die Deutung des Bildes, mit dem Jungen der ins Wasser taucht. Es ist ein echtes Puzzle.  Hier versucht man herauszufinden ob es vielleicht eine hedonistische Vision vom Leben und Tod darstellen sollte? Oder war es vielleicht eine mysteriöse Botschaft, die mit dem Kult Orpheus und Dionysos verbunden sein könnte? Man stellt sich auch die Frage, warum wurde ein Sarg, der für eine Ewigkeit verschlossen wurde und in einem dunklen Grab für immer versunken sein sollte, in dieser Art dekoriert wurde? Diese Bestattungsart erinnert an den aegyptischen Totenkult. Fragen ueber Fragen die sich bei der Betrachtung der Ausstellungsstuecke ploetzlich ergeben.

 

Eine sehr interessante und abwechslungsreiche Ausstellung mit archaeologischen Fundstuecken, die schon seit dem 16. Jhd. eine gewisse Aufregung verursachten und damit die Suche nach den mysterioesen antiken Kulten in den Kulturkreisen entfachte.

 

Es sind wertvolle antike und moderne Kunstwerk ausgestellt. Sie finden hier beruehmte Ausstellungsstuecke, wie z.B. die beschrifteten Goldblaettchen aus Vibo Valentia (Kalabrien), das Fresko mit den 9 Taenzerinnen (gefunden in einer antiken Grabstaette in Ruvo di Puglia, in Apulien), aus dem archaeol. Museum Neapel, antike Vasen mit der Darstellung von Orpheus und vielen mysterioesen Motiven ( aus dem archaeolog. Museum Paestum, Neapel und Matera), Gemaelde von Guido Reni, von Antonio Canova, Giuseppe Scuti, Corrado Cagli und De Chirico.

Das antike Grabbild des Tauchers inspirierte die zeitgenoessischen Schriftsteller und Kunestler und es ist eines der Ausstellungsstuecke, was einen selbst am meisten zum Nachdenken anregt. Eine wirklich sehr gut gelungene Sonderausstellung, die man nicht versaeumen solllte. Fahren Sie nach Paestum, es lohnt sich wirklich!

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Über petradebaptistis

Ich heiße Petra De Baptistis und wohne seit mehr als 20 Jahren in Italien. Mein Hobby ist auch mein Beruf, ich bin Angestellte bei der Incoming Reiseagentur Agentur AVI Travel in Sorrent.
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