Sorrent ist mehr als ein Urlaubsort

Wer kennt nicht die traumhaft gelegenen Urlaubsorte Sorrent, Positano, Amalfi und die kurvenreiche panoramische Kuestenstrasse von Sorrent bis nach Vietri sul Mare. Bei einen Ausflug entlang der Halbinsel Sorrent stimmt der oertliche Reiseleiter schon mal die Reisegäste mit seinem Spruch, „Sorrent wo immer die Sonne brennt „auf das wunderschoene Urlaubsgebiet ein.

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Obwohl die antike Stadt Pompeji nur 30km weit entfernt von Sorrent liegt, hat man hier das Gefühl, die Geschichte beginnt erst ab dem Mittelalter. Die Altstadt von Sorrent bietet barocke Kirchenbauten, ehemalige Klosteranlagen, prachtvolle Villen mit engliche Gartenanlagen und entlang der sorrentinischen Kueste erheben sich die sarazenischen Wachtuerme.

Es kann doch kaum moeglich sein, dass die antike Welt mit den Ausgrabungen in Pomeji und den Villen von Stabiae vor der Halbinsel Sorrent enden soll. Alle Reiseleiter erzaehlen Ihren Reisegaesten von der sagenhaften Geschichte der Syrenen. Beim bummeln durch die Gassen, beim wandern an der Steilkueste und beim Bootsausfluegen, entdeckt man zufaellig antike Mauerreste noch in reticolatum und Zisternen. Gori, der Trinkwasserbereitsteller fuer die ganze Halbinsel Sorrent, bezieht heute noch zum Teil das Trinkwasser von den antiken roemischen Acquaedukt.  An der Steilkueste von Sorrent bis nach Vietri sul Mare oeffnen sich geheimnissvolle Grotten und Buchten, von denen die Fischer immer wieder sagenhafte Legenden erzaehlen. Es gibt sehr viel antike und moderne Literatur ueber die Herkunft von Sorrent, die eng mit der Geschichte der italischen Volksstaemme, mit der griechischen Mythologie und der antiken roemischen Geschichte verbunden ist.

All diese  kleinen Entdeckungen und Erfahrungen machen die Halbinsel Sorrent noch reizvoller und locken nicht nur Badeurlauber nach Sorrent.

Schon alleine der Name Sorrent, abstammend von den Namen Surrentum, klingt sagenhaft. Jeder ist der Meinung, der Name müsste von den Sirenen abstammen, von den sagenhaften Sirenen, die versuchten Odysseus und seine Kameraden zu verhexen. Sie schafften es aber nicht und wurden von den Goettern dafuer grausam bestraft. Die Goetter verwandelten die Sirenen in Meeresklippen. Heute nennt man diese inselartigen Felsenklippen die „Li Galli“. Sie befinden sich direkt gegenueber von Positano.

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Inseln Li Galli

Positano wurde vermutlich von dem Volk der Phoenizier gegruendet, danach wurde es griechische Kolonnie, spaeter dann sunnitische und danach gehoerte es den Roemern. Das Gebiet erstreckte sich vom Fluss Sarno bis zum Tempel Minerva, Richtung Punta Campanella, d.h. auch ueber die ganze Halbinsel Sorrent.

Die Ausgrabungsstaette Pompeji und Herculaneum sind heute in Ihrer Art und Groesse selbstverstaendlich einmalig und nicht mit Sorrent zu vergleichen.  Aber auch Sorrent war ein roemisches Municipium und die Halbinsel Sorrent war in der Epoche der roemischen Kaiserzeit ein sehr beliebter „Urlaubsort“

Sorrento verdankte schon damals seine Schoenheit fuer die traumhafte Lage auf den Tuffsteinblock mit den steilen Felswaenden. Das Meer im Norden und die tiefen Schluchten formten die natürlichen Stadtgrenzen der antiken Stadt. Die Stadtplanung basierte auf den sogenannten Schachbrettmuster, mit seiner Decumanus, Cardo und Insulae. Zwischen jeden Haeusserblock öffneten sich prachtvolle Gartenanlagen mit Springbrunnen. Vielleicht wegen dieser besonderen landschaftlichen Schoenheit und seiner aussergewoehnlichen Lage wurde es von dem grausamen Zerstoerungsfeldzug Sillas verschont. Surrrentum wurde Municipium und eines der auserwaehlten Ziele für die Patrizier in der kaiserlichen Epoche zum geniessen der Kuenste und Muse, eines der Zentren des Ozio, dem „Nichtstun“.

Man findet heute noch viele Nachweise über einige dieser Prachtbauten und seiner genialen Infrastruktur aus der antiken Zeit. Besucht mal das Museum Correale in Sorrent oder das Museum Georg Vallet in Piano di Sorrent, wandert mal nach Punta Campanella oder nach Capo di Sorrent mit den Bagni di Giovanna, spaziert am Hafen von Marina Lobra in Massa Lubrense und Baia di Puolo und bummelt durch die Gassen von Sorrent, entdeckt die Insel Capri und wandert nach Villa Jovis. Es gibt viele wunderbare Geheimnisse zu entdecken.

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Über petradebaptistis

Ich heiße Petra De Baptistis und wohne seit mehr als 20 Jahren in Italien. Mein Hobby ist auch mein Beruf, ich bin Angestellte bei der Incoming Reiseagentur Agentur AVI Travel in Sorrent.
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